Wichtige Fragen und Antworten zum Coronavirus

Baden-Baden (naf/kie/red) – Immer mehr Menschen laufen mit Mundschutz durch die Straßen. Dass dieser jedoch nicht zwangsläufig hilft und das Infektionsrisiko noch erhöhen kann, wissen die Wenigsten.

Eine elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt das Coronavirus.Foto: NIAID-RML/AP/dpa

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Eine elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt das Coronavirus.Foto: NIAID-RML/AP/dpa

Wie groß ist die vom Coronavirus ausgehende Gefahr?

Die Gefahr ist größer als beim Grippevirus, erklärt Dr. Sven Gehrke, Facharzt für innere Medizin im Medical Center Baden-Baden. Bei geschwächten Patienten führe er häufiger zum Lungenversagen. Trotzdem sei der Virus nicht vergleichbar mit der Spanischen Grippe, die Anfang des 20. Jahrhunderts als Pandemie in Europa auftrat. Laut dem medizinischen Geschäftsführer des Klinikums Mittelbaden, Dr. Thomas Iber, liege die Hauptproblematik darin, dass „man den Virus nicht so gut kennt“. Erfahrungswerte müssen noch gesammelt werden – von der Inkubationszeit bis zu den Behandlungsmethoden.

Wer ist wie stark davon betroffen?

Bei Infizierten ohne Begleiterkrankungen und mit einem Alter von unter 50 Jahren sei der Krankheitsverlauf unkritisch. Auch bei Kindern läuft die Erkrankung laut Gehrke „eher mild“ ab. Risikopersonen seien Menschen mit Vorerkrankungen und vor allem alle, die über 80 Jahre alt sind. Diese sollten Menschenmassen und Krankenhäuser erst einmal meiden.

Wie ist die Virus-Erkrankung zu erkennen?

Die Symptome unterscheiden sich nicht von denen der gängigeren Grippeviren und können von Mensch zu Mensch unterschiedlich auftreten, erklärt Gehrke. Wenn das Immunsystem stark genug ist, sei es sogar möglich, dass Betroffene nichts von der Erkrankung wahrnehmen. Die Viren können trotzdem durch sie weitergegeben werden.

Wie kann man sich dagegen schützen?

Die Experten sind sich einig, dass gründliches und vor allem richtiges Händewaschen eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung der Viren spielt. Außerdem kann alles, was das Immunsystem stärkt vor einem Ausbruch schützen, ergänzt Gehrke. In Japan sei die Mortalitätsrate sehr gering, das erklärt er sich durch das „allgemein starke und gesunde Immunsystem vieler Japaner“. Der weit verbreite Mundschutz helfe lediglich, wenn er von Erkrankten getragen werde, dient aber nicht als Selbstschutz, warnt Gehrke. Die Viren sammeln sich vermehrt an dem Filter und werden dann nach Abnahme des Schutzes übertragen. Gehrke verweist auf simple aber wirksame Angewohnheiten.

Richtig husten und niesen

Grundsätzlich gilt zum Schutz vor Infektionskrankheiten: Die Hände kommen häufig mit Keimen in Kontakt und können diese auf alles übertragen, das anschließend angefasst wird. Beim Händeschütteln oder über gemeinsam benutzte Gegenstände können auch Krankheitserreger leicht von Hand zu Hand gelangen. Berührt man mit den Händen anschließend das Gesicht, können die Erreger über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen. Händewaschen unterbricht diesen Übertragungsweg. Steht unterwegs keine Waschmöglichkeit zur Verfügung, sollten Sie zumindest vermeiden, mit den Händen Mund, Augen oder Nase zu berühren oder Speisen mit der Hand zu essen.

Um keine Krankheitserreger weiterzuverbreiten und andere vor Ansteckung zu schützen, sollten Erkrankte die Regeln der sogenannten „Husten-Etiquette“ beachten, die auch beim Niesen gilt: Beim Husten oder Niesen sollte mindestens ein Meter Abstand von anderen Personen sein. Zudem sollte man sich wegdrehen. Beim Niesen oder Husten am besten ein Einwegtaschentuch nutzen. Dies soll nur einmal genutzt und anschließend in einem Mülleimer mit Deckel entsorgt werden. Wird ein Stofftaschentuch benutzt, sollte dies anschließend bei 60 Grad Celsius gewaschen werden. Und auch hier gilt immer: Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen! Ist kein Taschentuch griffbereit, sollte man sich beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase halten und sich dabei ebenfalls von anderen Personen abwenden.

Das kann eine Infektion verhindern

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat auf der Internetseite „Infektionsschutz.de“ wichtige Hygieneregeln leicht verständlich und übersichtlich zusammengefasst. Auch das Robert-Koch-Institut hat wissenswerte Informationen zu empfohlenen Infektionsschutzmaßnahmen und Antworten auf häufig gestellte Fragen im Internet veröffentlicht.

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg bittet Patienten, die Fragen zum Coronavirus und einer möglichen Erkrankung haben, primär den Patientenservice unter der Telefonnummer 116117 in Anspruch zu nehmen.

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Erstellt:
27. Februar 2020, 17:07 Uhr
Lesedauer:
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