Stolpersteine für Baden-Baden in digitaler Form

Baden-Baden (fvo) – SPD-Stadtrat Kurt Hochstuhl arbeitet zusammen mit Heike Kronenwett vom städtischen Fachbereich Archiv und Museen an einem digitalen „Opferbuch“ für die Kurstadt.

Hinter jedem Namen ein Schicksal: Das Gräberfeld beim ehemaligen Internierungslager in Gurs. Foto: Alois Huck

© ALOIS HUCK

Hinter jedem Namen ein Schicksal: Das Gräberfeld beim ehemaligen Internierungslager in Gurs. Foto: Alois Huck

Von Franz Vollmer

Das Grauen hatte viele Gesichter – und die Details sind immer noch erschütternd: Da wäre jener jüdische Kinderarzt Franz Lust aus der Meisenkopfstraße 1, der seiner Frau nicht mehr zur Last fallen wollte und „in großer Niedergeschlagenheit“ den Freitod wählte. „Meine Kraft erlahmt. Ich sehe täglich mehr, wie wenig ich all dem gewachsen wäre, was uns draussen bevorstände“, schreibt er seiner Frau. Worte, die von Dietrich Bonhoeffer stammen könnten und die umso tragischer waren, als zwei Tage später seine Ausreiselizenz eintrudelte. Andere haben ihr Leben erst im KZ verloren, wieder andere sind mit dem Verlust ihrer Habseligkeiten oder der Heimat, wenn auch seelisch deformiert, „davongekommen“.
Was sie alle vereint: Sie kommen aus Baden-Baden oder wohnten hier und sind Verfolgte und Opfer des Nazi-Regimes. Und da es nicht gerade wenige sind, ist es mehr als angebracht, dieser Schicksale in einem Gedenkbuch zu erinnern. „Wir wollten aber bewusst kein Buch, das immer ja was Abgeschlossenes bedeutet, sondern eine lebende, für neue Quellen offene Internetplattform“, sagt Initiator und SPD-Stadtrat Kurt Hochstuhl, der zusammen mit Heike Kronenwett vom städtischen Fachbereich Archiv und Museen aktuell ein digitales „Opferbuch“ für Baden-Baden erstellt: Eine Datenbank in Analogie zu Opferbüchern, wie sie es in vielen Städten gibt.

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Erstellt:
6. November 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 52sec

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