So gut wie neu, aber günstiger im Gospelhouse

Baden-Baden (red) – Ein Kleider- und Spielzeugmarkt für Kinder hat wiederholt im Gospelhouse in Oos stattgefunden. Von den Einnahmen geht ein Teil an wohltätige Zwecke.

Erfolgreich trotz Zugangsbeschränkungen: Der Kleider- und Spielzeugmarkt im Baden-Badener Gospelhouse.  Foto: Wegner

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Erfolgreich trotz Zugangsbeschränkungen: Der Kleider- und Spielzeugmarkt im Baden-Badener Gospelhouse. Foto: Wegner

Die plüschig-gefütterte Mädchen-Jeans, Größe 146, für sieben Euro, trug noch alle Etiketten, die Levis in 110 ebenfalls. Die Mutter, die sie gebracht hatte, zuckte mit den Schultern: „Die Kinder wachsen manchmal einfach zu schnell.“ Nun war sie froh, die Sachen auf dem Kinder-Kleidermarkt der Gospelhouse-Kirche weitergeben zu können. Ein ähnliches Bild zeigte sich im Nebenhaus, wo zweimal jährlich jeweils zeitgleich der vielleicht größte Spielzeugmarkt der Region stattfindet. Vieles war wieder in bestem Zustand – wie neu, nur billiger: Puppenwagen in Reihe, stapelweise Puzzle und Spiele, Kisten mit Büchern und jede Menge Exotisches vom Flaschenwärmer bis zum Baby-Himmelbett oder Nützliches wie Schulranzen, Fahrräder, Kinderwagen.

Der aktuelle Umsatz beläuft sich auf fast 21.000 Euro

Sarah-Louise Kohlbecker, die den Markt seit fünf Jahren, dieses Mal mit ihrer Nachfolgerin, organisiert hat, erklärte: „Wir versuchen alles mit reinzunehmen, was zur Ausstattung von Kindern gehört.“ Obwohl der Aufwand jedes Mal riesig ist, ist die Motivation ungebrochen. Das bestätigte auch die Initiatorin Nicole Oppermann, die gemeinsam mit ihrem Mann Markus, der Gospelhouse-Kirche als Pastorin vorsteht: „Als wir vor über zehn Jahren den ersten Markt gemacht haben, war es uns ein Anliegen das Konzept auch nach Baden-Baden zu holen, weil es ein Segen ist.“ Der Markt war ein voller Erfolg.

Beim Markt im Februar 2020 kamen mehr als 1.000 Kunden, die für rund 25.000 Euro einkauften. Im Corona-September gingen die Käuferzahlen nun auf gut 600 zurück. Der aktuelle Umsatz belief sich auf fast 21.000 Euro.

Bei jeden Markt wurden 15 Prozent der Einnahmen für wohltätige Zwecke einbehalten, die jeweils in vollem Umfang an Joint ad Management (www.JAM-Deutschland.org) weitergegeben wurden, einer ehrenamtlichen Initiative aus Stuttgart, die Kindern in Afrika Zugang zu Nahrung und Bildung verschafft. Die aktuelle Bilanz: 3.150 Euro einbehaltener Umsätze garantieren dieses Mal 53 Kindern Schule und Essen für ein ganzes Jahr.

Knapp 15.000 Artikel waren ab Donnerstag von Ehrenamtlichen gesichtet, sortiert und aufgebaut wie für ein riesiges Second-Hand-Kaufhaus worden. Dutzende Schilder wurden gestaltet. Kleiderständer gebaut und rund 40 Meter Kleiderstangen für Jacken, Mäntel, Anzüge, Blusen geschaffen. Coronabedingt musste der Einlass von 250 Personen auf 100 reduziert werden. Alles war akribisch geplant und von der Stadt, dem Ordnungsamt und der Polizei abgesegnet. Jeder sollte einkaufen können; zügig, aber in Ruhe.

Der nächste Markt ist im Februar 2021 geplant.

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Erstellt:
30. September 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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