Mord in Bühlertal: Prozessauftakt

Baden-Baden/Bühlertal (wf/red/dpa) – Großes Medieninteresse herrschte am Montag am Landgericht Baden-Baden zu Beginn des Prozesses gegen einen 24-Jährigen, der seine Ex-Freundin erwürgt haben soll.

Großes Interesse von Medienvertretern und Zuschauern: Der Mord in Bühlertal wird seit Montag am Landgericht in Baden-Baden verhandelt. Foto: Frasch

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Großes Interesse von Medienvertretern und Zuschauern: Der Mord in Bühlertal wird seit Montag am Landgericht in Baden-Baden verhandelt. Foto: Frasch

Voll besetzt waren auch die Zuhörerstühle im Saal 118 – manche Zuschauer warteten bis zu einer Stunde vor Prozessbeginn. Einige Zuschauer wurden mangels Sitzgelegenheit wieder weggeschickt. Doch der Angeklagte, dem vorgeworfen wird, seine 20 Jahre alte Ex-Freundin Ende September vergangenen Jahres in seiner Wohnung in Bühlertal getötet zu haben, äußerte sich am Montag vor dem Landgericht Baden-Baden weder zur Person noch zur Sache.

Den Prozess verfolgte der schmale, sehr blass und schüchtern aussehende Mann nur aus den Augenwinkeln und mit fast immer tief gesenktem Kopf. Der Anklage zufolge soll er die junge Frau unter dem Vorwand, sie solle ihre Sachen noch abholen, in seine Wohnung gelockt haben. Danach habe er die arglose Frau sofort angegriffen und minutenlang gewürgt. Sie starb noch am Tatort.

Verhandlung direkt nach Beginn unterbrochen

Die Verhandlung war nur Minuten nach dem Beginn unterbrochen und erst eine Stunde später mit der Vernehmung von Zeugen fortgesetzt worden. Unter anderem äußerte sich eine Nachbarin, die den Angeklagten von Kindesbeinen an kannte. Die ausgebildete Rettungssanitäterin, die von der Schwester des Angeklagten an den Tatort gerufen worden war, hatte neben der Schwester versucht, die junge Frau wiederzubeleben. Parallel dazu war bereits die Polizei alarmiert worden, die wenig später hinzukam. Der junge Mann habe geweint und fix und fertig gewirkt, sagte die Nachbarin. Auf gar keinen Fall sei er vom Wesen her aggressiv gewesen – „eher im Gegenteil“.

Ein Polizeibeamter schilderte, wie er die Leiche der jungen Frau am Tatort am Boden liegend vorgefunden hatte. Der mutmaßliche Täter habe auf dem Sofa gesessen, die Hände vor dem Gesicht, abwesend wirkend und mit Kratzwunden auf der Nase und den Unterarmen. Kurz vor der tödlichen Attacke hatte sich die junge Frau von dem Verdächtigen getrennt. Sie wollte nur noch ihre Sachen holen.

Für den Prozess sind noch drei weitere Verhandlungstage angesetzt. Insgesamt sind 16 Zeugen geladen sowie eine Sachverständige. Ein Urteil könnte am 27. März fallen.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Dienstagsausgabe des Badischen Tagblatts und im E-Paper ab 4 Uhr.

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Erstellt:
9. März 2020, 17:27 Uhr
Lesedauer:
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