Feuer in Wohnhaus in Baden-Baden

Baden-Baden (sga) – In Baden-Oos hat es am Donnerstagmorgen in einem Fachwerkhaus gebrannt. Wie ist es dazu gekommen?

Völlig zerstört: Der Dachstuhl des Fachwerkhauses in der Ooser Burgstraße fällt den Flammen zum Opfer.  Foto: Bernhard Margull

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Völlig zerstört: Der Dachstuhl des Fachwerkhauses in der Ooser Burgstraße fällt den Flammen zum Opfer. Foto: Bernhard Margull

Von BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

In der Ooser Burgstraße riecht es am Donnerstagmorgen auch dann noch verbrannt, als der Rauch schon nicht mehr zu sehen ist. Dicke Feuerwehrschläuche liegen auf dem Boden, schwitzende Einsatzkräfte reichen sich Wasserflaschen. In dem Fachwerkhaus, vor dem sie stehen, loderten nur kurze Zeit vorher noch hohe Flammen. Doch Einsatzleiter Andreas Wilhelm kann Entwarnung geben: „Verletzt ist niemand“, das Feuer ist gelöscht.

Es ist 9.20 Uhr. Ein Notruf erreicht die Zentrale: Brand in Baden-Oos. Der Dachstuhl des Fachwerkhauses steht bereits in Flammen, als Floriansjünger und Polizisten des örtlichen Reviers in Baden-Oos ankommen. Die vier Bewohner, darunter auch zwei Kinder, haben sich samt Haustier bereits in Sicherheit gebracht und sind wohlauf.

Experten befürchten Einsturzgefahr

Weil die Einsatzkräfte verhindern können, dass sich das Feuer auf die umliegenden Häuser ausbreitet, bleiben auch die Nachbarn unverletzt. „Wir haben alle evakuiert“, erzählt Wilhelm, während er zum Einsatzort führt. Im Dachstuhl habe es gebrannt, ein Schuppen sei betroffen gewesen, aber es gibt auch gute Nachrichten: „Den vorderen Teil des Gebäudes konnten wir erhalten.“ Wie groß der Sachschaden ist, kann am Donnerstag aber noch nicht eingeschätzt werden.

Nicht klar ist laut Andreas Faber auch, wie es zu dem Brand gekommen ist. Aktuell gehe der Einsatzleiter der Polizei von einem „defekten technischen Gerät als Ursache“ aus. Bei der Lagebesprechung kann er zwar noch keine offizielle Entwarnung geben, jedoch: „Aktuell gehen wir nicht von einem Fremdverschulden aus.“ Seine Kollegen nicken und erzählen von dem aktuellen Stand des Einsatzes. Es bleibt, wenn auch nur kurz, Zeit für eine kleine Verschnaufpause – fernab vom Feuer haben auch die heißen Sonnenstrahlen für dicke Schweißperlen gesorgt.

Unterdessen bereiten sich einige Einsatzkräfte darauf vor, erneut in das Fachwerkhaus zu gehen. Immerhin bleibt auch die Frage, wie viel von dem Besitz der Bewohner noch gerettet werden kann. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten: Ein Baufachberater vom Technischen Hilfswerk (THW) kann nicht ausschließen, dass das Gebäude, zumindest in Teilen, einsturzgefährdet ist: „Aktuell sieht es danach aus.“ Im ersten Obergeschoss entdecken die Floriansjünger einen Wasserschaden, auf den ebenfalls Rücksicht genommen werden muss.

Stromausfall bis 12.30 Uhr behoben

Gegen 11 Uhr kann Faber für Aufatmen bei Passanten und Autofahrern sorgen: Die Ooser Hauptstraße, zuvor komplett gesperrt, darf wieder geöffnet werden. Derweil hat Feuerwehrkommandant Christian Pilardeaux kurz Zeit, um Zahlen zu liefern: Vor Ort waren demnach Einsatzkräfte von Polizei, Rettungsdienst, dem THW und dem Deutschen Roten Kreuz sowie 95 Männer und Frauen der Feuerwehr, darunter acht von insgesamt zehn Abteilungen der freiwilligen Feuerwehr.

Die Flammen im Dachstuhl lodern nicht mehr, der Brand ist gelöscht. Gegen Mittag kann auch Marco Klay von der Stadtwerke Baden-Baden informieren: Laut dem stellvertretenden Leiter der Abteilung „Netz und Anlagen Strom“ musste nach Rücksprache mit dem Einsatzleiter die Niederspannungsfreileitung stromlos geschaltet werden, da die Floriansjünger mit dem Drehleiterwagen den Brand bekämpfen mussten: „Durch das sofortige Handeln waren die Kunden in der Ooser Burgstraße und den umgebenen Straßen ab circa 9.50 Uhr vom Stromnetz abgeschaltet.“ Durch „Umschaltmaßnahmen im Niederspannungsfreileitungsnetz“ konnte die Stromversorgung nach und nach für alle Kunden wiederhergestellt werden: „Gegen circa 12.30 Uhr waren alle Kunden wieder versorgt.“


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