Hansdampf in allen Gassen

Von Veruscha Rechel

Baden-Baden (vr) – Er hat die Baden-Badener Bildungslandschaft nachhaltig verändert: Walter Mäcken 1999 gründete er die Europäische Medien- und Event-Akademie, heute Euraka, und wurde ihr erster Geschäftsführer.

Hansdampf in allen Gassen

Gründer der heutigen Euraka: Walter Mäcken, hier auf der Terrasse seines Hauses in Winden.Rechel/privat

Berühmtheiten wie Edouard Bénazet, Friedrich Weinbrenner und Walter Carlein haben bekanntermaßen auf unterschiedlichste Weise Baden-Baden geprägt. Doch es gibt auch Menschen, die daran beteiligt waren, die Kurstadt zu dem zu machen, was sie heute ist, und die Mehrheit der Einheimischen kennt sie gar nicht. Walter Mäcken zum Beispiel ist so ein Mensch.

Oder wer weiß denn schon, dass er 1999 im Auftrag des damaligen SWR-Intendanten Professor Peter Voß ein Bildungskonzept entwickelt hatte, aus dem die Europäische Medien- und Event-Akademie entstand? Und dass Mäcken bereits in den 70ern als damaliger Vertreter der Bäder- und Kurverwaltung Baden-Baden die erste Sanierung des Bénazet-Saales als Experte für Bühnentechnik verantwortlich begleitete? Nur zwei der vielen Beispiele, bei denen der Hansdampf in allen Gassen nachhaltig etwas bewegt hat.

Per Drahtesel durch die Weltgeschichte

Walter Mäcken ist 1953 im Josefinenheim in Baden-Baden geboren, hier aufgewachsen und zur Schule gegangen. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft fürs Fahrradfahren, und sein ganzer Stolz als Sechsjähriger war ein Franzosenrad ohne Bremse. „Zum Bremsen musste man die Füße nehmen“, erinnert er sich schmunzelnd. Ab seinem 21. Lebensjahr reiste er per Drahtesel durch die Welt. Länder in Asien, Afrika und Europa gehörten zu den Destinationen.

Die zweite frühe Leidenschaft entdeckte er mit acht Jahren im Kindertheater, als seine Oma mit ihm die Aufführung des Märchens „Schneeweißchen und Rosenrot“ besuchte. „Es gefiel mir so gut, dass ich unbedingt zum Theater wollte.“ Mit 14 beschloss Mäcken, Technischer Direktor an einem Theater zu werden. Im Hinblick darauf machte er jeweils eine Meisterprüfung in Beleuchtungs- und Bühnentechnik und wurde mit 28 Jahren Technischer Leiter im Mehrspartentheater der Stadt Koblenz, damals der jüngste Deutschlands in dieser Position. Vier Jahre später wechselte er ans Nationaltheater Mannheim als Technischer Direktor, und 1989 holte man ihn als Führungskraft in die Direktion Technik und Produktion des SWR in Baden-Baden.

Mäckens Wissensdrang ließ nie nach, deshalb qualifizierte er sich ab 1990 an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg in den Studienfächern Rundfunkwesen und Kulturmanagement mit Abschluss zum Kulturmanager. Kein Wunder, dass Peter Voß nach der Entwicklung eines Bildungskonzepts für die Veranstaltungsbranche zu ihm sagte: „Wenn Sie schon so ein Projekt entwickelt haben, dann setzen Sie es auch gleich um. Ich stelle Sie dafür fünf Jahre frei!“ Und so gründete Mäcken im Sommer 1999 die Europäische Medien- und Event-Akademie, die heutige Euraka, und wurde ihr Gründungsgeschäftsführer. 2005 übergab er die mittlerweile erfolgreich etablierte Bildungseinrichtung an die Stadt Baden-Baden und kehrte planmäßig zum SWR zurück.

Behörden wie das Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung und der DIHK beauftragten Mäcken als Sachverständigen und Experten etwa mit der Entwicklung neuer Ausbildungs- und Weiterbildungsberufe für das Theater-, Event- und Rundfunkbusiness. Dadurch setzte er Meilensteine für die Bildungsbranche. 2013 wurde er zusätzlich Lehrbeauftragter für die Fächer Eventmanagement, Veranstaltungsrecht und Besuchersicherheit an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden und Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim. In der Bauphase des Festspielhauses beriet er den Projektleiter im Hinblick auf einen funktionierenden Bühnen- und Veranstaltungsbetrieb.

Seit 2015 ist Mäcken freiberuflich tätig, was ihm endlich mehr Zeit für eine weitere Leidenschaft gibt – das Skifahren. Und da er es nicht lassen kann, anderenetwas beizubringen, ist er inzwischen DSLV-Skilehrer.