Festungsmonumente öffnen Türen

Im Musée de l’Abri in Hatten haben die Akteure gestern das Programm für das Wochenende vorgestellt. Foto: Neuwald

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Im Musée de l’Abri in Hatten haben die Akteure gestern das Programm für das Wochenende vorgestellt. Foto: Neuwald

Das Jahr 2020 ist voller Gedenk- und Jahrestage. Einen herausragenden Platz wird das Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 einnehmen, das sich zum 75. Mal jährt. Zum Auftakt zeigen Deutsche und Franzosen am kommenden Wochenende mit einer Vielzahl von Angeboten, wie moderne Erinnerungskultur aussieht.
Im Januar 1945 kam es im nördlichen Elsass zwischen Lauterbourg und Haguenau zu einer der erbittersten Panzerschlachten des Zweiten Weltkriegs. Unternehmen „Nordwind“, so der deutsche Deckname, war Bestandteil der letzten Offensive der deutschen Wehrmacht an der Westfront.

75 Jahre später öffnen zahlreiche Festungsmonumente auf beiden Seiten der Grenze zwischen Saar und Rhein ihre Pforten. Sie möchten damit der Opfer dieser fast in Vergessenheit geratenen Offensive am Ende des Zweiten Weltkriegs gedenken. „Mit Ausstellungen und Führungen wird an die kriegerischen Ereignisse vor 75 Jahren erinnert“, erläutert Stéphanie Kochert von der Touristik-Gemeinschaft Baden-Elsass-Pfalz das Konzept. Etwa zwei Dutzend beteiligte Festungsbauwerke bieten Einblicke in die Geschichte der schweren Kämpfe. „Dabei wird an alle damals Beteiligten erinnert – an Franzosen, Deutsche, Amerikaner, Zivilisten und Soldaten.“ Die Informationen seien dreisprachig verfügbar.

Angebote für die ganze Familie

Frauke Vos-Firnkes, Tourismuschefin der Stadt und Festung Germersheim, betont die gemeinsame Anstrengung der Militärgeschichtsvereine beiderseits des Rheins. „Unser Anspruch ist es, Geschichte auf moderne Art zu vermitteln und insbesondere Jugendliche anzusprechen.“ Deshalb seien die Angebote am Wochenende für die ganze Familie geeignet. Vos-Firnkes verspricht weitere Aktivitäten ab April – dann soll der „Oberrheinische Festungssommer“ an das große kulturelle Erbe der Region erinnern.

„Wir haben dank unserer jahrelangen ehrenamtlichen Arbeit sehr viel Erfahrung beim altersgerechten Vermitteln der Inhalte“, verspricht Friedrich Wein vom Tarnbunker Neumühl mit Blick auf das möglicherweise jüngere Publikum. Wein ist in enger Zusammenarbeit mit der Touristikgemeinschaft Ideengeber dieser bislang einmaligen deutsch-französischen Kooperation.

Die zweisprachige Auftaktveranstaltung findet am Freitag, 10. Januar, um 19 Uhr im Wehrgeschichtlichen Museum im Schloss Rastatt statt. Friedrich Wein wird das Unternehmen „Nordwind“ erläutern, zudem stellen sich die beteiligten Festungsbauwerke vor. Das eigentliche Erinnerungswochenende ist am Samstag, 11. und Sonntag, 12. Januar.

Das komplette Programm und viele Hintergrundinformationen finden Interessierte entweder auf der Facebook-Seite „Unternehmen Nordwind Januar 1945-2020“ oder auch auf der Internetseite der Touristikgemeinschaft.


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