Bunte Stein-Schlange „wächst“ in der Allee

Baden-Baden (co) – „Das schaffen wir bis in die Stadt hinein“, sagt Bianca Meermann lachend – und sie gibt damit das große Ziel vor für die kunterbunte steinerne Schlange, die derzeit von der Aubrücke ausgehend durch die Lichtentaler Allee wächst. Wer mag, darf ihr gerne weitere Glieder hinzufügen.

Freuen sich über viele bunte Steine (hockend von links): Katja und Pia Fischer (Schwestern), Jakob Meermann und Sara Meermann (keine Geschwister).  Foto: Hecker-Stock

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Freuen sich über viele bunte Steine (hockend von links): Katja und Pia Fischer (Schwestern), Jakob Meermann und Sara Meermann (keine Geschwister). Foto: Hecker-Stock

„Liebe Kinder, liebe Eltern, das ist ein Spiel, um Spaziergängern ein kleines Lächeln ins Gesicht zu zaubern in dieser komischen Zeit. Lasst uns die Schlange zusammen verlängern. Malt ein paar Steine an, bringt sie bitte hierher und lasst uns sehen, wie lang unsere Schlange wird. Viel Spaß damit von Atreju“. So lautet der Aufruf des unbekannten Kindes (das sich gerne bei uns in der Redaktion melden darf), von dem diese Initiative ausgeht. Vor der Aubrücke in der Lichtentaler Allee wurde dieses handgeschriebene Briefchen, wettergeschützt in Klarsichtfolie, auf den Boden geklebt. Erste Körperglieder hat die kunterbunte Schlange bereits bekommen. Eine Joggerin, die das stille Wachstum täglich beobachtet, hat die BT-Redaktion darauf aufmerksam gemacht. Die Lichtentaler Kinder beteiligen sich bereits mit Begeisterung an dem Spiel. Da trifft es sich gut, dass Silvia und Holger Fischer zusammen mit ihren Mädchen, der achtjährigen Katja und ihrer gerade fünf Jahre alt gewordenen Schwester Pia, im heimischen Hof gerade etwas Ähnliches geplant haben. Sie hatten die Kinder aus dem großen Freundeskreis der beiden Mädels bereits dazu aufgerufen, Steine schön bunt zu bemalen, um dann daraus ein Mandala zu legen. „Jetzt sind viele Kinder sowieso schon fleißig am Malen, da können wir uns auch hier prima beteiligen“, meint Mama Silvia lachend. Katja hat einen hübschen Regenbogen gemalt, Pia den Mond in einer sehr individuellen Form.

Die neunjährige Sara Meermann findet es eine ganz tolle Idee, „wenn hier viele Kinder herkommen und ihre Steine ablegen“, weil so ein Spiel auch völlig Fremde miteinander verbindet. In wunderschönen Farben leuchtet ihr abstraktes Kunstwerk, einen Baum als Symbol des Lebens hat ihre Mama Sylvia beigesteuert. Saras siebenjähriger Cousin Jakob hatte eine tierische Idee und ein rosa Schweinchen auf dunkelblauem Untergrund gemalt, das den Betrachter so richtig fröhlich anquiekt. Ein richtiges Kunstwerk ist auch der Stein seiner Mutter Bianca Meermann geworden. Nachdem am Samstag die ersten Erdbeeren der Saison in der Familie verspeist wurden, hat sie dieser Genuss inspiriert. Auf grünem Grund lacht den Betrachter eine so saftige und leckere Erdbeere an, dass man beinah hineinbeißen möchte.

Damit findet Atrejus Idee regen Anklang in Lichtental, und es bleibt aufregend, wie sich die Schlange weiterentwickelt und ob sie es tatsächlich bis in die Stadt schafft. Ebenso spannend ist die Identität des Initiators. Heißt er wirklich wie der fantastische junge Jäger aus Michael Endes „Die unendliche Geschichte“ oder hat er diesen Namen als kleiner Steinkünstler angenommen?

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Erstellt:
28. April 2020, 15:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

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