Baden-Badener überrascht vom Streik

Baden-Baden (hol) – Das Verständnis vieler Fahrgäste für den erneuten Warnstreik der Busfahrer am Donnerstag hielt sich in Grenzen. Die Ankündigung war für viele zu kurzfristig gewesen.

Trotz der Infos auf der elektronischen Anzeigetafel: So mancher Fahrgast wartet am Schweigrother Platz vergeblich auf den Bus.  Foto: Harald Holzmann

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Trotz der Infos auf der elektronischen Anzeigetafel: So mancher Fahrgast wartet am Schweigrother Platz vergeblich auf den Bus. Foto: Harald Holzmann

Von Harald Holzmann

Angekündigt mit wenigen Stunden Vorlauf hat der ganztägige Warnstreik der Busfahrer am Donnerstag viele Menschen in Baden-Baden überraschend getroffen. Den ganzen Tag waren an Haltestellen Menschen zu sehen, die sich beim Warten auf den Bus die Füße platt standen. Vom BT befragt gaben einige verärgert an, nichts vom Streik gewusst zu haben. Manch einer zeigte sich vor allem deshalb verwundert, weil es doch vor einigen Tagen eine Tarifeinigung beim Öffentlichen Dienst gegeben hatte. „Wieso streiken die denn trotzdem?“, regte sich ein Mann auf, der am Schweigrother Platz stand und nach einem Blick auf die elektronische Anzeigetafel frustriert feststellte, dass nichts geht.

Arbeitgeber: Forderungen „völlig aus der Zeit gefallen“

Wie im BT berichtet, hat der anhaltende Protest damit zu tun, dass der zuletzt ausgehandelte Tarifvertrag nicht für die Beschäftigten im öffentlichen Personennahverkehr gilt. Darüber sei der Frust bei den Arbeitnehmern groß, hatte es von der Gewerkschaft Verdi geheißen. Man kämpfe um bessere Arbeitsbedingungen der Busfahrer. Nach Angaben des kommunalen Arbeitgeberverbandes geht es dabei konkret um eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich, zusätzliche freie Tage sowie ein 13. und 14. Monatsgehalt als Weihnachts- und Urlaubsgeld. Das seien Forderungen, „die völlig aus der Zeit gefallen“ seien und die Leistungsfähigkeit der kommunalen Verkehrsbetriebe überforderten, hieß es vonseiten der Arbeitgeber.

Stadtverwaltung, Verkehrsverbund und Stadtwerke hatten versucht, den Warnstreik, der von der Gewerkschaft erst am Mittwochnachmittag angekündigt worden war, möglichst umfassend bekannt zu machen. „Wir hätten uns aber gewünscht, dass die Aktion frühzeitiger angekündigt wird“, so Stadt-Pressesprecher Roland Seiter.

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Erstellt:
30. Oktober 2020, 11:00 Uhr
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