Ausflugsverkehr in Geroldsau sorgt für Ärger

Baden-Baden (red) – Das Parkchaos an den Geroldsauer Wasserfällen ist seit Wochen groß. Jetzt hat die Stadt den Bolzplatz als Ausweichparkplatz freigegeben. Das ärgert in Geroldsau Anwohner und Kommunalpolitiker.

Entspannung für die Ausflügler, Ärger für die Anwohner: Ausweichparkplatz für die Wasserfälle. Foto: Philipp

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Entspannung für die Ausflügler, Ärger für die Anwohner: Ausweichparkplatz für die Wasserfälle. Foto: Philipp

An den vergangenen beiden Wochenenden sorgte der Ausflugsverkehr zur Rhododendronblüte an den Geroldsauer Wasserfällen für chaotische Zustände an der B 500. Jetzt hat die Stadtverwaltung einen Bolzplatz zum Ausweichparkplatz gemacht. Darüber ärgern sich Anwohner und Kommunalpolitiker gleichermaßen.

Die Wasserfälle lockten dieses Jahr noch mehr Besucher an als sonst, heißt es in einer Mitteilung der CDU-Fraktion im Gemeinderat. „Der Grund hierfür wird in den Corona-bedingten Reisebeschränkungen liegen, man verbringt die Pfingstferien Zuhause. Genau das tun auch die Geroldsauer Bürgerinnen und Bürger - nur was sie an diesem sonnigen Pfingstwochenende erleben müssen, ist leider keine Postkartenidylle. Nachdem an den vergangenen Schönwetter-Wochenenden der Ansturm der Menschenmassen in Richtung Geroldsauer Wasserfälle bereits so groß war wie das damit verbundene Parkchaos, wurde von der Stadtverwaltung eilig und engagiert an einer kurzfristigen Lösung gearbeitet. Das erkennen wir an und bedanken uns dafür ausdrücklich. Nach den neu hinzu gewonnenen Erfahrungen möchten wir Sie jedoch darum bitten, dass die Umwidmung des Geroldsauer Sportplatzes zu einem Großparkplatz eine einmalige Notlösung bleibt.“

Unhaltbare Zustände: CDU schlägt Pendelbus vor

Mehrere Geroldsauer Bürger hätten sie kontaktiert, schreibt Stadträtin Cornelia von Loga. „Sie beklagen unhaltbare Zustände auf dem Bolzplatz. Menschen verrichten ihre Notdurft in die umliegenden Büsche, teils unweit eines Hauseingangs, dort wo sonst Kinder spielen. Müll und Zigarettenkippen liegen herum. Motoren werden unnötig laufen gelassen. Auf dem schmalen Gehweg in Richtung Wasserfälle bewegen sich Menschenmassen auf engstem Raum, die einzige Ausweichmöglichkeit bei in die Gegenrichtung laufenden Fußgängern ist ein großer Schritt auf die Bundesstraße (B 500), die an den Pfingstfeiertagen pro Tag von tausenden Autos und Motorrädern befahren wird.“ Die CDU-Fraktion bittet deshalb in einem Brief an die OB darum, dass die Zeit bis zur nächsten Rhododendronblüte dazu genutzt wird, um ein funktionierendes Parkkonzept zu entwickeln, das ohne die Zweckentfremdung des

Geroldsauer Bolzplatzes auskommt. Ein Ausbau des Waldparkplatzes sollte geprüft und diskutiert werden, ebenso die Schaffung anderweitiger Parkmöglichkeiten, meint die CDU. „Am besten wäre es, die Verkehrsströme gar nicht erst so gewaltig werden zu lassen. Ein regelmäßig pendelnder Shuttlebus in Kombination mit einem attraktiven Park&RideAngebot, das natürlich entsprechend beworben werden müsste, wäre ein Schritt in die richtige Richtung.“

Kritik kommt auch von SPD-Stadträtin Ulrike Mitzel. Sie schlägt vor, dass die Toilettenanlagen an der Grobbachhalle geöffnet werden, damit Ausflügler dort ihre Notdurft verrichten können. Über das Park-Chaos am Pfingstwochenende berichten wir am Dienstag in unserer Printausgabe und im E-Paper.

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Erstellt:
1. Juni 2020, 11:53 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

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